Wirksamkeit des "Familien stärken" Programms

In mehreren randomisiert-kontrollierten Studien konnte belegt werden, dass Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien an dem Programm teilnahmen, besser in der Schule zurechtkommen, weniger psychische und Verhaltensprobleme entwickeln und bis zu 6-Jahre nach Programmteilnahme seltener und in der Menge weniger Tabak, Alkohol oder illegale Drogen wie Cannabis konsumieren. Die teilnehmenden Eltern berichten über verbesserte Erziehungskompetenzen und ein verbessertes Klima in der Familie. Einschränkend muss zwar auf fehlende Replikation der positiven originalen Programmeffekte in einigen europäischen Studien hingewiesen werden. Die Replikationsergebnisse lassen sich jedoch teilweise darauf zurückführen, dass (anders als bei der deutschen Adaptation) eine sorgfältige kulturelle Anpassung des Programms an lokale soziale Verhältnisse, die Beibehaltung wesentlicher Programmelemente und Durchführungsbedingungen nicht vorausgesetzt werden kann.

Letztlich zeigen die vorhandenen wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten, dass Programme, die die ganze Familie mit einbeziehen, entwicklungsförderlich sind, da so das Gelernte direkt innerhalb der Familie diskutiert und somit besser verankert wird und dass ›Familien stärken‹ zu den am besten evaluierten und wirksamsten Programmen in diesem Bereich gehört.


Ergebnisse der US-amerikanischen Originalstudien
Die amerikanische Version (SFP 10-14) von ›Familien stärken‹ wurde in einer randomisiert-kontrollierten Untersuchung in Iowa / USA überprüft. Diese Studie und die SFP 10-14 wurden in einem Ergebnisreport (International Cochrane Collaboration systematic evidence review) von der WHO und dem Alcohol Education and Research Council (AERC) positiv hervorgehoben.

In einem Report von 2009 „Preventing Mental, Emotional and Behavioral Disorders“ ziehen O´Connel, Boat und Warner (2009) zusammenfassend aus mehreren Untersuchungen die Schlussfolgerung, dass SFP 10-14

  • aggressives, delinquentes und antisoziales Verhalten verringert,
  • die Interaktion zwischen Eltern und Kind verbessert,
  • den Missbrauch von Substanzen reduziert und
  • die Schulleistungen der Kinder verbessert.

Weitere Studien (z.B. Spoth, Redmont & Shin, 2001), die die Wirksamkeit des Programms bei Eltern und deren Kindern untersuchten, zeigen positive Effekte. Bestimmte Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen (z. B. Alkohol- und Drogenmissbrauch, aggressive Verhaltensauffälligkeiten, Schulprobleme, Probleme mit der Polizei) konnten durch das Programm deutlich verringert werden.

Zur Veranschaulichung zeigt die folgende Grafik, dass Jugendliche aus den USA, die am Programm teilnahmen auch vier Jahren danach noch weniger bzw. verantwortungsbewusster Alkohol konsumierten als andere Jugendliche, die nicht an dem Programm teilgenommen haben.